Pannonica de Koenigswarter – eine starke Frau – nicht nur im Jazz
April 24, 2026An gleicher Stelle – nämlich im Keller des Jazzclub Kelkheim – wurde vor fast einem Jahr der Einfluss von Pannonica de Koenigswarter auf den Jazz und der Musiker in New York sehr eindrücklich beschrieben. Diese Mal auch wieder von beiden Vertreterinnen des Zontaclubs Am Taunus Ariane Tenhagen und Jutta Heyse … und Petra Wehlert, die dieses Mal ‚Nica‘ noch aktiver zum Ausdruck brachte.
Ganz im Sinne ZONTAs, des Service Clubs von Frauen, die sich dafür einsetzen, die Lebenssituation von Frauen in rechtlicher, politischer, wirtschaftlicher, beruflicher und gesundheitlicher Hinsicht zu verbessern ist Pannonica de Koenigswarter eine starke Frau, die auch schon vor der Zeit, als sie sich für die Jazz-Musiker in New York einsetzte, eine bewegte Vergangenheit hinter sich hatte z.B. als aktive Kämpferin in Afrika und Frankreich.
Spannend ist es zu hören, wie es auf diesen Punkt zulief ja zulaufen musste, der alles veränderte: ‚Round Midnight‘ das erste Mal zu hören und dann die Entscheidung zu treffen, nur noch nach ihren Vorstellungen leben zu wollen. Das lag alles bereits bereit bei Pannonica und bedurfte nur noch dieses Auslösers. Es hatte sich zu viel aufgestaut bei ihr aufgrund der Zwänge am ‚Hofe‘ Rothschild, an dem ihr vorgegebenes Lebensziel war, nach einem passenden gut aussehenden Mann Ausschau zu halten.
Und es wäre nicht Pannonica de Koenigswarter, wenn sie das, was ihr Herz sagte, nicht mit aller Konsequenz verfolgte. Ihre Suite im Stanhope Hotel wurde zu einem Anlaufpunkt für Jamsessions, aber auch zur Unterkunft für den einen oder anderen Musiker aus der New Yorker Jazzszene. So z.B. auch für Charlie Parker, der dort 1955 im Alter von 34 Jahren verstarb und Pannonica daraufhin ins Bolivar Hotel wechselte.
Pannonica de Koenigswarter hatte die originelle Idee den Musikern drei Fragen zu stellen und die Antworten in einem Buch festzuhalten. Ein Exemplar dieses Buches lag an diesem Abend aus und die beiden Zontians zitierten daraus. ‚Von der Musik leben zu können‘, ‚die Menschen glücklich zu machen mit meiner Musik‘ … die Antworten sind sehr unterschiedlich und um so mehr lohnt sich der Blick in dieses Buch.
Aber an diesem denkwürdigen Abend passierte noch viel mehr wurden doch die einzelnen Stationen aus Nicas Leben musikalisch zum Ausdruck gebracht von der Jazzcombo bestehend aus:
- Max Brüderl – Drums
- Harald Moebus – Trompete
- Matthias Butzlaff – Saxophon
- Götz Ommert – Kontrabass
- Georg Melzer – Piano
jeder ein Könner auf seinem Instrument. Und nicht genug erläuterte Georg Melzer am Piano, wie unterschiedlich dieselbe Akkordfolge klingt im Bebop, Swing, Funk und in anderen Stilrichtungen.




Die beiden Initiatorinnen vom Zontaclub Am Taunus. Die dritte Zontian – Nica – sieht man auf dem ersten Video ganz links.