Rüdiger Schwenk, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des zeitgenössischen Jazz in Darmstadt e. V. begrüßt die zahlreichen Zuhörer und Zuhörerinnen. Der Gewölbekeller unter der Jazzinstitut ist gut gefüllt. „So viele 3€-Tickets, wie heute, habe ich noch nie verkauft.“, sagt er, „Das heißt, dass viel junge Leute bzw. Studierende heute den Weg hierher gefunden haben.“ Ich sage zu dem jungen Mann neben mir: „Damit seid Ihr gemeint. Wie kam es dazu, dass Du dieses Konzert besuchst?“, frage ich ihn. „Aufgrund einer Führung durchs Jazzinstitut.“, sagt er.

Das Richard Koch Quartett beginnt mit opulenten Klängen des Pianisten zu welchen Richard Koch mit der Trompete dazu kommt. Sie sind sofort präsent und für manche Überraschung gut.

Manche Stücke kommen mir bekannt vor, aber doch nicht so richtig. „Das klingt wie Herb Alpert.“, denke ich mir. Ist es aber nicht oder an einer anderen Stelle, wie ein Samba. Beim Tango trifft es zu, der sich plötzlich, wie aus dem Nichts entwickelt. Diese Beinahe-Vertrautheit mit den Melodien und Rhythmen ist es, was Richard Koch und seine ebenso brillanten Mitmusiker meisterhaft beherrschen und auch die Soli sind eine Offenbarung, vom Pianisten mit z.T. klassisch anmutenden Linien und vom Kontrabassisten, der das Griffbrett bis zum letzten Ton auskundschaftet.

Das Drumsolo ist eigentlich kein Solo, weil die anderen mitspielen. Sie widmen ihre ganze Aufmerksamkeit dem trommelnden Kollegen.

Richard Koch kündigt das Stück ‚frank‘, bewußt kleingeschrieben, weil damit das Englische Wort für ‚offen‘ bzw. ‚frei‘ gemeint ist. Er hat aber auch einen Freund namens ‚Frank‘. Das Stück ‚In the Sky‘ vom zweiten Album ‚Stadt‘ hat er seiner Großmutter gewidmet. Das erste Album trägt den Namen ‚Wald‘ und das dritte ‚Fluss‘.

Richard Koch – Trompete
Michael Hornek – Klavier
Lesa Askari – Bass
Moritz Baumgärtner | Schlagzeug

Wieder mal ein sehr besonderer Abend im Gewölbekeller unter dem Jazzinstitut.